Am 04.12.25 machte sich der Biologie-Leistungskurs von Frau Blümel auf den Weg zur Ruhr-Universität Bochum. Schon die Anfahrt mit der Bahn war ein kleines Abenteuer für sich: volle Züge, frühes Aufstehen und genug Zeit, um sich auszutauschen, zu lachen und sich auch mal abseits des Unterrichts besser kennenzulernen. Trotz Verlaufens auf dem Riesen-Campus und somit kleiner Verspätungen kamen alle – gemeinsam mit dem Bio-LK unserer Kooperationsschule HUMA – schließlich gespannt am Alfried-Krupp-Schülerlabor an.
Dort hieß es erst einmal: Kittel an, Schutzbrillen auf – wir sahen plötzlich aus wie echte Molekularbiologinnen und -biologen. Begleitet von zwei engagierten Biologiestudentinnen durften wir selbstständig Experimente durchführen, die wir bisher nur aus dem Unterricht kannten. Im Mittelpunkt stand das Projekt „Schwein oder Nichtschwein? – Das ist hier die Frage“.
Unsere Mission: Herausfinden, ob in verschiedenen Wurstproben Schweinefleisch enthalten ist. Dafür arbeiteten wir mit der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR), einer Methode, mit der gezielt bestimmte DNA-Abschnitte vervielfältigt werden können. Aber zuerst mussten wir auf Mikroliter-Ebene pipettieren lernen! Gar nicht so einfach… besonders wenn man zittert vor Aufregung.
Endlich gab es isolierte DNA aus den Wurstproben – die Proben sahen gar nicht mehr nach Wurst aus. Anschließend wurde mithilfe der PCR überprüft, ob Schweine-DNA vorhanden war, weil nur diese bei dem hoch spezifischen Verfahren exponentiell verdoppelt wird.
Während die PCR „arbeitete“, nutzten wir die Zeit für eine Mittagspause in der Mensa der Universität – ein weiterer Einblick in das Studentenleben. Zurück im Labor ging es dann weiter mit der Gelelektrophorese. Dabei werden DNA-Fragmente mithilfe von elektrischem Strom nach ihrer Größe aufgetrennt. Bei der „Beladung des Gels“ wurden nun unsere Pipettierfähigkeiten auf die Probe gestellt – wer das schon einmal gemacht hat, weiß, was wir meinen! Die entstehenden Banden verrieten uns schließlich die Wahrheit über den Inhalt der Wurstproben.
Das Ergebnis sorgte für große Augen: In einer angeblichen Putenwurst konnten wir tatsächlich Schweinefleisch nachweisen – ein kleiner Schock, aber auch ein eindrucksvoller Beweis dafür, wie aussagekräftig molekulargenetische Methoden sein können.
Insgesamt war die Exkursion ein voller Erfolg. Wir konnten nicht nur unser theoretisches Wissen praktisch anwenden, sondern auch einen realistischen Eindruck vom Arbeiten im Labor gewinnen. Schön war auch, mehr Zeit miteinander zu verbringen und sich besser kennenzulernen.
Die Fotos geben einen kleinen Einblick und zeigen: Biologie kann spannend, überraschend und manchmal auch ziemlich lustig sein.
Text: Antonia B. und Blm
Fotos: Layan O.