Gegen das Vergessen

Praktische Philosophie-Kurse reinigen Stolpersteine in Mönchengladbach

Anlässlich des bevorstehenden Jahrestags der Reichspogromnacht am 9. November haben sich die Praktische Philosophie-Kurse der Jahrgangsstufen 7, 8 und 9 des Gymnasiums Am Geroweiher an einer besonderen Gedenkaktion beteiligt. Auf Initiative des Mönchengladbacher Oberbürgermeisters Felix Heinrichs, der zur Reinigung der Stolpersteine im Stadtgebiet aufgerufen hatte, machten sich die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit ihren Lehrkräften auf den Weg, um zahlreiche Stolpersteine in der näheren Schulumgebung und in der Mönchengladbacher Innenstadt zu reinigen.

Die in den Gehweg eingelassenen Messingtafeln erinnern an Menschen, die während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Sie tragen die Namen und Lebensdaten der Opfer und machen deren persönliche Schicksale an den Orten sichtbar, an denen sie einst lebten. Damit leisten die Stolpersteine einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur und halten das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus im öffentlichen Raum lebendig.

Im Rahmen der Aktion beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit der Reinigung der teilweise stark verwitterten und verschmutzten Messingtafeln, sondern setzten sich auch mit den Biografien der Menschen auseinander, denen die einzelnen Stolpersteine gewidmet sind. Dabei wurde deutlich, dass sich hinter jedem eingravierten Namen ein individuelles Lebensschicksal verbirgt und die nationalsozialistische Verfolgung auch in der unmittelbaren Umgebung unserer Schule zahlreiche Menschen getroffen hat.

Mit Schwämmen, Tüchern und Messingpolitur sorgten die Schülerinnen und Schüler schließlich dafür, dass die Inschriften wieder deutlich lesbar wurden und die Stolpersteine in neuem Glanz erstrahlten. Zugleich bot die Aktion Gelegenheit, über die Bedeutung des Erinnerns, die Verantwortung nachfolgender Generationen und die Gefahren von Antisemitismus, Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit ins Gespräch zu kommen.

Die Reinigungsaktion verdeutlichte auf anschauliche Weise, dass historisches Lernen nicht auf den Klassenraum beschränkt bleiben muss. Vielmehr konnten die Schülerinnen und Schüler durch ihr eigenes Engagement einen sichtbaren Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur in unserer Stadt leisten und ein Zeichen gegen das Vergessen setzen.

Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten für ihren engagierten Einsatz und ihren respektvollen Umgang mit diesem wichtigen Thema.

Text und Fotos: Bed

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